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Meine erste Komposition habe ich am Tag meines zehnten Geburtstages
geschrieben. Seitdem wusste ich, dass ich Komponist bin. Ich habe mich
nicht gefragt warum, es war für mich einfach so. Und so ist es bis
heute geblieben. Später – vor allem um ’68 herum – habe ich mich,
wie damals üblich, öfter gefragt: warum – und vor allem
für wen – komponierst du eigentlich? Ich habe damals verschiedene,
mehr oder weniger überzeugende Antworten gefunden – aber
natürlich entgeht einem Komponisten die eigentliche, tiefe
Motivation seines Tuns. Musikmachen ist eine Äußerung meines
Lebenswillens und meiner Lebenskraft, es ist meine Art, das Leben zu
erfahren, zu verarbeiten und dazu Stellung zu nehmen. Es ist für
mich eine Möglichkeit, Freiheit zu erobern und zu „konstruieren“.
Ich bin mein erster Hörer und mein erster Kritiker. Wenn andere
Freude haben an dem, was ich mache, bin ich glücklich."
Luca Lombardi
Luca Lombardi ist einer der meistgeschätzten
zeitgenössischen Komponisten
Italiens.
Nach dem Abitur an der deutschen Schule in Rom studierte er in Rom,
Florenz, Wien, Köln und Berlin ( u.a. bei Porena, Lupi,
Stockhausen, Schiske B.A. Zimmermann, Dessau).
Ein zweites
Studium an der Universität Rom schloss er
mit der Promotion in Germanistik
("Lingua e Letteratura tedesca") ab. Er
lehrte
Komposition an den Universitäten
Pesaro
und Mailand und
arbeitet seit 1994 als freischaffender Komponist.
Er lebt am Albaner See (in der Nähe von
Rom) und in Tel Aviv.
Lombardis Kompositionen haben meist
ein Anliegen,
das über die Musik auf Politisches
und
Philosophisches
hinausweist.
Zu seinen bisher rund 170 Kompositionen,
darunter viele Auftragswerke (u.a mehrere deutsche,
schweizer und italienische Rundfunksender, die Wiener Festwochen, die
Opernhäuser von Basel, Leipzig, Nürnberg, Rom und die Scala
Mailand), zählen 4 Opern (Faust.
Un
travestimento, Dmitri, Prospero, Il re
nudo), mehrere Symphonien,
viele Orchester-
und
Kammermusikwerke ebenso wie Vokalkompositionen.
Er wurde mit dem Preis der
Italianischen Autorengesellschaft (SIAE) ausgezeichnet und
erhielt
für seine Oper "Faust.Un Travestimento"
den Goffredo
Petrassi Preis.
Lombardi war u.a. Fellow des des Wissenschaftskollegs zu Berlin
und des Hanse Wissenschaftskollegs in Delmenhorst, Gast des Berliner
Künstlerprogramms des DAAD und verbrachte 6 Monate auf Einladung
der Japan Foundation
in Japan.
Heute ist er Mitglied
der Akademie der Künste Berlin und der Bayerischen Akademie
der schönen Künste sowie Träger des Bundesverdienstkreuzes.
Zusammen mit einem Musikologen und einem Akustiker publizierte
er das Handbuch ”Instrumentation in
der Musik
des 20. Jahrhunderts” (Celle
1985).
Eine Auswahl seiner Schriften
wurde unter dem Titel "Construction
of Freedom"
herausgegeben (Baden-Baden, 2006) .
Die bekannte musikwissenschaftliche Reihe "Musik-Konzepte"
publizierte 2014 in einem Doppel-Band acht Essais über
seine Musik.